Ausstellung im LWH "Unfassbare Wunder"

40 Porträts ab 10. November in Lingen

Lingener Tagespost
von Johannes Franke

Ausgabe vom 04.11.2019

Einen Scheck in Höhe von 6000 Euro überreichten Volksbank-Filialleiter Carsten Pfeiffer und Vorstand Jürgern Hölscher an den LWH-Leiter Michael Reitemeyer (v.l.), um die Ausstellung "Unfassbare Wunder" zu ermöglichen. Die 40 großformatigen schwarz-weiß Bilder sind ab der Ausstellungseröffnung am Sonntag, 10. November, zu besichtigen. Anwesend ist auch der Fotograf Konrad Rufus Müller. Foto: Johannes Franke

Lingen. "Unfassbare Wunder" lautet die Ausstellung von 40 großformatigen schwarz-weiß Bildern des Fotografen Konrad Rufus Müller.

Der renommierte Porträtfotograf begleitete alle Bundeskanzler, fotografierte europäische und amerikanische Politiker, Autoren, Musiker, Schauspieler oder Bergsteiger. Landschaftsaufnahmen und Reportagen zählen ebenso zu weiteren Facetten des inzwischen 79-Jährigen. "Es sind Bilder und Aussagen von Holocaust-Überlebenden in Deutschland, Österreich und Israel, die unter die Haut gehen", sagt LWH-Leiter Michael Reitemeyer. Sehr dankbar ist er der VR-Stiftung und der Volksbank Lingen, dass sie diese einmalige Ausstellung mit 6000 Euro unterstützen. "Ohne diese großzügige Spende hätten wir diese Ausstellung nicht realisieren können." "Wir sind Ihnen sehr gerne behilflich, wissen um den technischen Aufwand. Doch vor allem freuen wir uns, dass wir mit unserem Beitrag diese Ausstellung gerade in heutigen denkwürdigen Zeiten im LWH mit ermöglichen können", sagt Vorstand Jürgen Hölscher in Begleitung von Filialleiter Carsten Pfeiffer und Anne Katrin Tholen.  

"Unfassbare Wunder" zeigt beeindruckende Portrait-Fotografien von Holocaust-Überlebenden, entstanden im gemeinsamen Projekt mit der Journalistin Alexandra Föderl-Schmidt, Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung für Israel und die palästinensischen Gebiete. Auf 183 Seiten sind die Fotografien und biografischen Texte in einem Bildband ausführlich dokumentiert. Überlebende wurden "hautnah" fotografiert, sprechen über Erlebtes und formulieren ihre Sicht auf Gegenwart und Zukunft. "Gerade in Zeiten des aufflackernden Antisemitismus ist ihre Stimme wichtiger denn je", betont Michael Reitemeyer. Für ihn ist diese Ausstellung ein weiterer Gesichtspunkt und auch persönliches Anliegen; sie knüpft daran an, dass das LWH jedes Jahr Zeitzeugen einlädt, so lange es möglich ist. Über die Maximilian-Kolbe-Stiftung kämen jährlich hochbetagte polnische Frauen und Männer, ehemalige KZ-Häftlinge, aus dem Widerstand, damalige 'Kinder des Holocaust', und berichten in Schulen und hier im Hause über ihr Schicksal. "Diese Zeugnisse, und somit auch die Ausstellung, sind so wichtig, um Mensch zu prägen und möglicherweise dahin zu bringen, dass diese verbrecherische Zeit kein zweites Mal passieren darf", führt er weiter aus. Es dürfe nicht sein, dass Juden in Deutschland wieder Angst haben. Jüdisches Leben müsse hier ganz normal sein und gelebt werden können, wie andere Religionen auch. Doch sehr zu denken gibt nicht nur ihm die Aussage von Daisy Koeb aus Israel: "Der Aufstieg der Rechten in Deutschland und Österreich ist schrecklich. Man weiß nicht, was das noch bringen wird." Christiane Hoffmanns, unter anderem Kulturredakteurin für die Zeitung "Welt", begleitet die Ausstellungseröffnung. Anwesend ist auch der Fotograf Konrad Rufus Müller. Bis zum Freitag, 20. Dezember 2019, sind die Fotos zu besichtigen.

 

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