"Mr. Volksbank geht":Hermann Arens verabschiedet

Vorstandssprecher im Ruhestand

Ausgabe: Lingener Tagespost

Veröffentlicht am: 18.01.2014

von Thomas Pertz

Von oben links: Ludger Preun, Alexander Lichtenberg (Vorstandsmitglied BSH), Bernhard Heinlein (Vorstandsvorsitzender MHB), Georg Litmathe (Verbandsdirekter GVWE), Uwe Fröhlich (Präsident BVR), Heinz-Jürgen Kallerhoff (Vorstandsmitglied R+V), Wolfgang Kirsch (Vorstandsvorsitzender DZ BANK AG), Doris Arens, Dr. Friedrich Caspers (Vorstandsvorsitzender R+V), Jürgen Hölscher, Hermann Arens, Alfons Veer, Henning Deneke-Jöhrens (Vorstandsmitglied NGB).

Lingen. Mitarbeiter im Haus beschreiben ihn als jemanden, der sein Herz auf der Zunge trägt, der nicht nur Zahlen und Bilanzen im Kopf hat, sondern hinter dem Kunden auch den Menschen sieht: Am Freitag ist Hermann Arens, Vorstandssprecher der Volksbank in Lingen, nach 47 Jahren im Dienste der Bank in den Ruhestand verabschiedet worden.

150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, darunter die Führungsspitze der genossen-schaftlichen Finanzgruppe, waren zur Verabschiedung in das Hotel Am Wasserfall gekommen. Arens hatte 1966 seine Ausbildung in der damaligen Raiffeisenbank in Lohne begonnen. Der Genossen-schaftsbank blieb er treu – bis auf eine sechsmonatige Unterbrechung in Köln 1970. Dem Vorstand der Volksbank in Lingen gehörte er seit 1992 an, seit 2010 in der Funktion des Sprechers.

Auf die enorme Aufwärtsentwicklung der Bank in der Ära Arens ging Aufsichtsratsvorsitzender Alfons Veer ein. Die Bilanzsumme sei zwischen 1992 und 2012 um das Vierfache auf inzwischen 790 Millionen Euro gestiegen. Veer beschrieb die umfangreichen Aufgabenstellungen des Vorstands-sprechers, insbesondere im Kredit- und Firmenkundengeschäft. "Deine Stimme hatte Gewicht", betonte der Aufsichtsratsvorsitzende. Große Fachkenntnis auf der einen und Bodenhaftung auf der anderen Seite seien Kennzeichen von Arens gewesen. "Mister Volksbank geht", brachte es Veer auf den Punkt. Beständigkeit und Wandel, zwei Begriffe, die das Bankenwesen beschreiben würden, träfen auch auf Hermann Arens zu, sagte Uwe Fröhlich. Der Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Volks- und Raiffeisenbanken beschrieb die Verbundenheit des 65-Jährigen mit der Region und seine gleichzeitige Aufgeschlossenheit allem Neuen gegenüber. Das Resultat sei eine Bilder-buchkarriere vom Azubi zum Vorstandssprecher gewesen.

Wolfgang Kirch, Vorstandsvorsitzender der DZ Bank, würdigte Arens als Persönlichkeit, die das genossenschaftliche Bankwesen aktiv mitgestaltet habe. Dessen Integrität und Verlässlichkeit würdigten Hennig Deneke-Jöhrens vom Vorstand der Norddeutschen Genossenschaftlichen Beteiligungs-AG und Verbandsdirektor Georg Litmathe. Dieser ehrte Arens mit der goldenen Ehrennadel des Genossenschafts- und Raiffeisenverbandes. "Ein Lebensinhalt" Jürgen Hölscher, Vorstandsmitglied der Volksbank Lingen, dankte ihm für Fürsprache und Unterstützung. Dass die Bank heute da stehe, wo sie stehe, "haben wir auch dir zu verdanken", hob Hölscher hervor.

Er verlasse die Bank, die für ihn auch ein Lebensinhalt gewesen sei, "mit Stolz, einer gewissen Erleichterung und Wehmut", sagte Arens in seinem Schlusswort. Er habe deshalb vor allem seiner Familie für den großen Rückhalt zu danken, aber auch seinen Kolleginnen und Kollegen. Wie stark Arens nicht nur seinen Arbeitgeber, sondern auch sich selbst als Teil der Region versteht, wurde an seinen Abschiedsgeschenken deutlich. Auf die verzichtete er nämlich zugunsten einer Geldspende für die Kivelinge und deren Fest zu Pfingsten.