"Hitzige Zeiten in der Landwirtschaft"

4. Tag der Landwirtschaft in Spelle

v.l.: Jürgen Hölscher, Vorstand der Volksbank Lingen eG, Johann Kalverkamp, Vorstand der VR AgrarBeratung AG, Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Norbert Focks, Vorstand der Volksbank Süd-Emsland eG, Frank Böttcher, Meteorologe und Klimaexperte

Spelle. Klimawandel, Extremwetter, schärfere Umweltauflagen, mehr Natur- und Tierschutz, Preisdumping bei den Discountern und das Image der Landwirte sind Herausforderungen, denen sich die Landwirte stellen müssen.

Zum 4. Tag der Landwirtschaft hatten die Volksbank Lingen eG, die Volksbank Süd-Emsland eG und die VR AgrarBeratung AG eingeladen. Norbert Focks, Vorstandsmitglied der Volksbank Süd-Emsland eG und Vorsitzender des Aufsichtsrates der VR AgrarBeratung, begrüßte die 150 Gäste in der Gaststätte Spieker-Wübbel in Spelle. ""Hitzige" Zeiten, den Satz kann man einmal auf die Trockenperiode der letzten 2 Jahre mit zum Teil hohen Ertragseinbußen für Sie beziehen. Aber "hitzige" Zeiten sind auch das aktuelle Umfeld für Sie, hier sei nur kurz die Düngeverordnung genannt.", so Norbert Focks.

Johann Kalverkamp, Geschäftsführer der VR AgrarBeratung AG führte durch den 4. Tag der Land-wirtschaft und begrüßte zum Thema "Extremwetter und Klimawandel – Auswirkungen auf die Landwirtschaft im Emsland" als ersten Referenten den Meteorologen und Klimaexperten, Frank Böttcher. Böttcher ist geschäftsführender Gesellschafter des Instituts für Wetter- und Klima-kommunikation in Hamburg und beliefert zahlreiche Radio- und Fernsehsender mit Wetterprognosen.

Mit seinem anschaulichen und humorvollen Vortrag fesselte Böttcher die Zuhörer und erklärte den Unterschied zwischen Wetter und Klima. "Wetter ist fühlbar und Klima ist die Statistik des Wetters", so Böttcher. Anschaulich erklärte er die Entstehung von Extremwetterlagen, der wir auch in Zukunft ausgesetzt sein würden und dem wir uns anpassen müssen. Böttcher prognostizierte die Zunahme der Trockenheit, die zu Ernteausfällen, Verknappung des Grundfutters und zu Wasserknappheit führen könnte.

Einen Perspektivwechsel gab Ute Volquardsen, erste Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein und selbst Landwirtin, zum Thema "Ich bin Landwirt/-in und steh‘ dazu".  Volquardsen ging in ihrem Vortrag im Wesentlichen auf das Image der Landwirte ein. Sie rief dazu auf, die Landwirtschaft in der Öffentlichkeit zu präsentieren und die Vorgehensweisen z. B. auch in der Tierhaltung transparent zu machen. Volquardsen rief dazu auf, sich Freiraum zu schaffen, um neue Ideen für den eigenen Betrieb zu bekommen und auch die Meinung der nachfolgenden Generation als auch Betriebsfremder zu berücksichtigen. In der Landwirtschaft sei Risikobereitschaft, Beweglichkeit, Mut und Kreativität gefragt, so Volquardsen.

Insgesamt regte der 4. Tag der Landwirtschaft zum Nachdenken an und sorgt sicher für weiteren Gesprächsstoff bei den teilnehmenden Landwirten.