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Sizilien

Goethes "Königin der Inseln"

Ein Reisebericht von Bernd Niehaus - "aktiv 55" Betreuer - zur Gruppenreise vom 27.04.2010 bis zum 04.05.2010 nach Italien - ursprüngliches Sizilien

 

1. Tag: Flug nach Sizilien 

 

Früh am Morgen ging es von Lingen mit einem 5 Sternebus der Firma Meyering, Lingen, zum Flughafen Köln/Bonn.
Die Aschewolke aus Island hatte sich verzogen und wir konnten pünktlich starten. 
In Palermo angekommen begrüßte uns unsere Reiseleiterin Patricia und es ging weiter mit dem Bus quer über die Insel Richtung Ostküste über Enna nach Riposto zu unserem ersten Hotel -Yachting Palace, Riposto-.

 

2. Tag: Ätna - Taormina 

 

Gleich zu Beginn unserer Reise erwartete uns ein grandioser Höhepunkt: der höchste, noch aktive Vulkan Europas - der Ätna - oder "Mongibello" wie die Sizilianer liebevoll ihren "Berg der Berge" nennen!
Durch Weingärten, karge Berglandschaften und erkaltete Lavaströme fuhren wir mit dem Bus hinauf in eine fremdartig anmutende Mondlandschaft in ca. 1.900 m Höhe. In Begleitung eines Geologen, der uns die besondere Vulkanlandschaft erklärte, entdeckten wir den Ätna auf eine besondere Art und Weise. Nach dem Besuch einer Lava-Grotte, entstanden bei einem Ausbruch im Jahr 2001, unternahmen wir eine leichte Wanderung bis zum gelöschten Sartorius Krater.
Beim anschließenden Besuch eines Agritourismo, in der faszinierenden Landschaft des Ätna gelegen, wurden wir mit sizilianischen Köstlichkeiten und Wein verwöhnt.

 

Nachdem wir uns gestärkt hatten ging es weiter nach Mazzaro und von hier aus mit einer Seilbahn hinauf in das zauberhafte Städtchen Taormina - eindrucksvoll auf einer Terrasse des Monte Tauro gelegen, wurde es seinerzeit schon von Goethe als "Perle Siziliens" gerühmt. Bei einem Stadtrundgang vom griechisch-römischen Freilichttheater aus erlebten wir ein unvergessliches Panorama auf die malerische Küsten- und Vulkanszenerie. 

 

3. Tag: Syrakus - Noto 

 

Syrakus, die Weltstadt der Antike - schon Cicero beschrieb sie als schönste und größte aller griechischen Städte. Beim Anblick des grandiosen griechischen Theaters, dem prachtvollen Altar von Hieron II, dem römischen Amphitheater oder der in Fels gehauenen Höhle "Ohr des Dionysios" fühlt man sich wie um Jahrtausende zurückversetzt. Auf der Halbinsel Ortigia bewundern wir die gewaltigen Überreste des Ampollo-Tempels und den zu einer Kathedrale umgebauten Athena-Tempel.

 

Zum krönenden Abschluß des Tages erwartete uns das "Barockjuwel" Noto, das mit seinen prunkvoll gestalteten Adelspalästen und Kirchen vom Glanz vergangener Zeiten erzählt. 
Die heutige Stadt entstand ab 1703 südöstlich von Noto Antica, das 1693 durch ein Erdbeben komplett zerstört war. Darauhin wurde Noto planmäßig und einheitlich im Stil des sizilianischen Barocks neu aufgebaut. Als eine der schönsten sizilianischen Barockstädte wurde Noto 2002 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Der Ausflug mußte jedoch etwas gekürzt werden, da es regnete.

Auf dem Heimweg zu unserem Hotel hat sich unsere Reiseleiterin Paricia von uns verabschiedet und Dr. Dr. Carolina Caroniti übernahm die Reiseleitung. Dieses war im Vorfeld auch so besprochen, da ursprünglich Carolina die Reiseleitung übernehmen sollte. Leider konnte sie aber erst am 29. April zu uns stoßen. Carolina war uns von einer Reisegruppe der Volksbank Esens empfohlen worden.

 

4. Tag: zur freien Verfügung, fakultativ: Lipari und Vulcano (Äolische Inseln) 

 

Früh am Morgen machten wir uns auf zu den Inseln Lipari und Vulcano, zwei der "sieben Schönheiten des Tyrrhenischen Meeres", wie die Liparischen Inseln liebevoll genannt werden. Bereits Odysseus wußte, daß hier das Herz des Archipels schlägt: im Schatten des Burgfelsen ist der Pulsschlag sizilianischer Lebenslust am deutlichsten zu spüren. Davon konnten
wir uns bei einem Rundgang durch das Städtchen Lipari mit seiner malerischen Altstadt und der antiken Akropolis mit seinem archäologischen Museum überzeugen.

 

Ein weiterer Höhepunkt dieses Tages war die Überfahrt zur Nachbarinsel Vulcano. Ein dampfendes Eiland, noch heute brodeln die Quellen unterirdisch und verleihen Vulcano einen permanten Schwefelflair (-geruch). Wer Lust hatte, konnte auch ein Schwefelbad nehmen -soll heilende Wirkung haben-.

 

5. Tag: Piazza Armerina: Villa del Casale - Agrigent: Tal der Tempel 

 

Heute führte die Fahrt tief ins Landesinnere nach Piazza Armerina. In einer anmutigen grünen Landschaft aus Fichten- und Eukalyptusbäumen liegt die römische Villa del Casale. Farbenfrohe Mosaike auf mehr als 3.500 qm bedecken die prachtvollen Böden der Zimmer - ein eindrucksvoller und spannender Bilderbogen aus Mythologie, Jagd- und Alltagsszenen. 

 

Weiter ging die Reise nach Agrigent. Die archäologischen Stätten von Agrigent, südlich des heutigen Stadtkerns, die Goethe am 25. April 1787 mit seinem Zeichenfreund Kniep besuchte, gehören zu den eindrucksvollsten archäologischen Fundplätzen auf Sizilien. Als bestens erhaltene Zeugnisse hellenistischer Baukunst ziehen die Tempel Juno, Concordia, Herkules, Jupiter sowie Kastor und Pollux jeden Besucher in ihren Bann. Inmitten von Mandelbäumen und
Olivenhainen kommt sich der Besucher vor, als würde er sich im alten Griechenland befinden.

Gegen späten Nachmittag erreichten wir unser "neues" Hotel im Raum Cefalu. Das Hotel "Atheene Palace" ist eine enorme Freizeitanlage in ruhiger Lage, direkt am Mittelmeer, mit wunderschönen Pools und einem herrlichen Garten.

 

6. Tag: Palermo - Palazzo Conte Federico - Monreale 

 

Nach einer ruhigen Nacht besuchten wir die quirlige Hauptstadt Palermo. Prunkvolle Paläste und eindrucksvolle Monumente erzählen noch heute von der Kultur der Araber, Normannen und Hohenstaufen. Wir besuchten u. a. den Normannenpalast mit seiner Cappella Platina.

Ein einzigartiges Erlebnis war der Adelspalast Conte Federico, eines der ältesten und bedeutendsten Gebäude Palermos. Die Familie, die sich bis zum Stauferkaiser Friedrich II zurückverfolgen läßt, bewohnt seit Jahrhunderten diesen Palast. Die Contessa - geborene Österreicherin aus Salzburg - führte uns durch alle Räume des Palastes. Conte Federico ist begeisterter Autorennfahrer, noch heute nimmt er an Oldtimer-Rennen teil. 

 

Weiter westlich von Palermo liegt das wundervolle Benediktinerkloster Monreale, der größte Sakralbau seiner Epoche.  
Als Zeichen des Triumphes über den Islam erinnern die prächtigen Goldmosaiken im dortigen Dom an ein biblisches Bilderbuch.

 

7. Tag: Madonie - Cefalu 

 

Zunächst besuchten wir das kleine, vor Charme sprühende Städtchen Cefalu. Vor der Kulisse des mächtigen Felsenhauptes erhebt sich majestätisch der imposante Normannendom mit kostbaren Goldmosaiken byzantinischer Meister. Wir flanierten durch die malerische Altstadt mit ihren typisch engen, arabisch anmutenden Gässchen.

 

Weiter ging es in den idyllischen und einzigartigen Naturpark Madonie. Zunächst besuchten wir das um ein Kastell herum entstandene Dorf Castelbuono. Hier probierten wir die für diese Gegend typischen Kuchen Manna und Mannettino.

 

Wir fuhren weiter zu einem rustikalen sizilianischen Agritourismo. Abseits der üblichen Touristenpfade erlebten wir bei einem Schäfer in den Bergen die Herstellung von Ricotta und verbrachten entspannende Stunden bei einem köstlichen Mittagessen mit zahlreichen typischen sizilianischen Spezialitäten und Hauswein.

 

8. Tag: Rückflug 

 

Eine schöne Reise ging zu Ende. Wir landeten gegen Mittag auf dem Flughafen Köln/Bonn. Leider konnten wir das schöne Wetter von Sizilien nicht mitnehmen, aber dafür viele schöne Erinnerungen von Goethes "Königin der Inseln" Sizilien.